Buch


phoenix-Programmhinweis

– IM DIALOG: Michael Krons mit dem Weltumsegler Ben Hadamovsky, 21.06.2013, 24 Uhr 
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Über das Buch

Ben Hadamovsky hat mit Frau und Kindern (zu Beginn der Reise drei und anderthalb Jahre alt) auf einem kleinen Boot (9,86m)  die Welt umsegelt. Unzufrieden mit dem Alltag, verkauft die Familie all ihren Besitz und begibt sich aus der scheinbaren Sicherheit der Heimat in ein aufregendes Leben auf den Meeren dieser Welt.

Es werden fünf Jahre einer ungewöhnlichen "Familienzeit":
Während die Kinder auf Galapagos die Bekanntschaft von Seelöwen machen und überall auf der Welt Freundschaften schließen, müssen die Eltern auch schwierige Situationen meistern: So gilt es mitten im Pazifik einen Motorschaden zu reparieren und im Golf von Aden der drohenden Gefahr durch Piraten zu entgehen, um am Ende der Reise ausgerechnet im vermeintlich sicheren Deutschland “Schiffbruch“ zu erleiden...

Der Autor beschreibt einfühlsam, selbstkritisch und bisweilen mit beißendem Humor wie die Familie die Welt entdeckt. Dabei hält er nicht nur sich selbst immer wieder zynisch den Spiegel vor: Wenn er z.B. beschreibt, was die Errungenschaften der Zivilisation an den entlegendsten Enden der Welt für Auswirkungen haben.

Ein Buch für Menschen, die einen ungeschönten Bericht über eine aussergewöhnliche Reise zu schätzen wissen...

 

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"Mit allen Wassern gewaschen"

Gebunden, ca. 306 Seiten, davon 24 Seiten farbige Abbildungen, Karten und Glossar. Fehlerkultur•Verlag, ISBN 978-3-940140-95-1, 

4. Auflage soeben erschienen.

Preis 19,00 Euro

( Kostenloser Versand innerhalb Deutschlands, europäisches Ausland: 5,50€)

 

Leseprobe 1. Kapitel:

Eigentlich ging es uns gut! Wir wohnten in der schönsten Straße 
Bremens, wenn auch im einzigen hässlichen Haus, Nils war gerade 
zwei geworden und Lisa schon sechs Monate alt, ich hatte viel Ar-
beit, wenn auch meistens in Stuttgart, und Carola den Mutterberuf 
im Griff. Dann kam die Flaute am Bau. Wochenlang saß ich zu Hau-
se herum und hatte Zeit: für die Kinder, für Carola, für Zukunftssor-
gen und Träume. Mein Traum war Segeln. Nicht nur mal ein paar 
Tage auf Vaters Vindö 30. Ne, so richtig, mit Schiffbesitzen, ekligem 
Winterlager, der kleinen Freiheit, wann immer wir wollen - oder Zeit 
haben - losfahren zu können. Glücklicherweise lehnte mein Vater 
unser Angebot, ihm das halbe Boot und damit auch die halbe Arbeit 
abzukaufen und eine Eignergemeinschaft zu bilden, nach einigem 
Zögern ab! Also kein Schiff. Und das im regnerischen Vorfrühling 
in Norddeutschland. Dazu noch immer keine Arbeit, also viel Zeit 
zum Weiterträumen.
Dummerweise hatten wir Internet. Stunden verbrachte ich mit Sur-
fen zu Segelseiten und Bootsbörsen etc. Boote waren richtig teuer. 
Selbst gebraucht waren sie in der Größe, dass man gut mit vier Per-
sonen Urlaub machen könnte, mehr, als wir erübrigen konnten. Ich 
wurde immer deprimierter und ging Carola mit meiner schlechten 
Stimmung auf den Geist. Da haben wir 25 000.- Euro übrig, und 
trotzdem geht's uns schlecht. Gleichzeitig waren die Medien erfüllt 
mit einem neuen Thema: Riesterrente war in aller Munde. Privat 
extra vorsorgen! Na toll. Also am besten alles Geld fest anlegen für 
später, wenn man dann alt und gebrechlich ist ...
Aber wenn ich gar nicht alt werde? Wenn ein Börseneinbruch da-
zwischen kommt? Parallel dazu die Diskussion über Hartz vier. 
Verschärfung der Arbeitslosengeld-Regelungen. Ging mich zwar als 
Freiberufler nichts an, aber die Stimmung war klar: Habt Angst um 
eure Jobs, denn ohne geht's euch schlecht. Sorgt euch um die Zu-
kunft! Habt Angst vor der Zukunft! 
Also nichts Boot - eine sichere Zukunft sollten wir uns von dem 
Geld kaufen! Und es sah für meinen leicht skeptisch-zynisch ange-
hauchten Blick auch nicht gerade danach aus, dass die angebotenen  
Produkte in irgendeiner Form meine Zukunftsängste beruhigen wür-
den… Also mehr Depressionen.
Irgendwann hatte Carola genug: "Wieso kaufen wir nicht einfach ein 
Boot und gehen segeln?"
"Ja, dafür reicht doch das Geld nicht!"
"Aber wenn wir all unser Erspartes zusammenkratzen?"
"Wovon leben wir dann nächstes Jahr?"
"Dann hättest du auch Zeit für die Kinder!"
Das war nicht logisch, aber trotzdem richtig. Ein großer Vorteil mei-
ner temporären Kurzarbeit war, dass mir bewusst wurde, was ich in 
den letzten Jahren verpasst hatte. Durch meinen Beruf als Farbge-
stalter und Baumanager war ich oft wochenlang unterwegs, nur um 
dann total erschöpft und ausgelaugt für ein verlängertes Wochenen-
de den Frieden meiner Kleinfamilie durcheinander zu bringen.
"Wenn wir unsere Hälfte der Wohnung verkaufen und dafür ein 
Schiff kaufen, dann hätten wir Geld genug, um für einige Zeit se-
geln zu gehen ..."
"Du würdest die Wohnung gegen ein Boot tauschen?"
Ich war platt! Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass Carola 
unser gerade eingerichtetes Nest für so etwas Verrücktes hergeben 
würde… aber sie meinte es ernst:
"Lieber ein verrücktes Leben auf einem Boot, als ein verzweifelter 
und depressiver Mann in einer schönen Wohnung" war ihr Kom-
mentar.
Das war der Wendepunkt...